Ermöglicht wurde das Projekt durch die Stadtwerke Garbsen und den Garbsener Imker Daniel Dietrich, der die Schulimkerei seit vielen Jahren fachkundig unterstützt. Die Idee dahinter: Schülerinnen und Schülern soll nicht nur die praktische Arbeit mit den Bienen, sondern auch die spannende Verbindung von Naturwissenschaften, Digitalisierung und moderner Funktechnik nähergebracht werden.
Die digitale Waage misst in regelmäßigen Abständen das Gewicht des Bienenstocks. Die Daten werden alle 15 Minuten über ein Funknetz an eine Antenne auf dem Garbsener Rathaus und von dort an einen Server übertragen. So lässt sich nachvollziehen, wie sich das Gewicht eines Bienenvolkes im Laufe eines Tages, einer Jahreszeit oder eines ganzen Bienenjahres verändert.
Für die Arbeit in der Schulimkerei sind diese Messwerte sehr wertvoll. Gewichtszunahmen können beispielsweise auf einen starken Nektareintrag hindeuten, während plötzliche Veränderungen unter anderem mit der Honigernte, dem Schwärmen eines Volkes oder der Zufütterung zusammenhängen können. Auch im Winter helfen die Daten dabei, die noch vorhandenen Futtervorräte einzuschätzen.
Genutzt wird die Bienenwaage vor allem im Forscherprofil der Jahrgänge 5 und 6. In einer zusätzlichen wöchentlichen Doppelstunde, der sogenannten Forscherstunde, beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler der Forscherklasse zwei Jahre lang mit verschiedenen naturwissenschaftlichen Phänomenen, für ein Jahr übernehmen sie dabei auch jeweils die Leitung der Schulimkerei. Sie lernen dabei alle Tätigkeiten von Imkerinnen und Imkern kennen und führen diese zunehmen selbstständiger durch – bis hin zur Honigernte, dem Marketing und schließlich dem Verkauf des beliebten Produkts.
Die Daten der Bienenwaage werden ebenfalls in den Forscherstunden ausgewertet. Die Schülerinnen und Schüler können dabei eigene Beobachtungen mit konkreten Messwerten vergleichen, Diagramme untersuchen und Vermutungen über die Ursachen von Gewichtsveränderungen entwickeln. Auf diese Weise finden sie beispielsweise heraus, wie sich Blütezeiten, Wetter, Honigernte oder die Winterruhe auf ein Bienenvolk auswirken. Die Schulimkerei wird damit noch stärker zu einem lebendigen Lernort, an dem biologische Zusammenhänge mithilfe moderner Technik unmittelbar erforscht werden können. Die Bienenwaage verbindet dabei Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung mit digitalem und naturwissenschaftlichem Lernen.
Das Johannes-Kepler-Gymnasium bedankt sich herzlich bei den Stadtwerken Garbsen für die großzügige Unterstützung und die Übergabe der Bienenwaage. Ein besonderer Dank gilt außerdem Daniel Dietrich, der das Projekt angeregt hat und die Arbeit mit den Bienenvölkern weiterhin mit großem Engagement begleitet.





