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Frühlingskonzert für Tansania

Benefizkonzert zugunsten der Partnerschule in TPC*, Teil 1

(Linda Polley | 23.03.2012)

Garbsen, 23.03.2012 - „Banuwa, Banuwa, Banuwa yo!“, – Bitte wein’ nicht, mein kleines Mädchen! So eröffnete der Chor von Frau Sonnenberg stimmungsvoll das Benefizkonzert. Geweint hat wirklich niemand, doch im Laufe des Abends ist wohl der eine oder andere nachdenklich geworden. Wir leben in einem Land der Freiheit – der Meinungsfreiheit, der Freiheit im Sinne von finanzieller Unabhängigkeit und der Freiheit in unserem Tun und Lassen. „I’m free to be whatever I choose“, sang auch der Chor.
In Tansania können die Menschen von einem solchen Leben großenteils nur träumen. In der Präsentation der Tansania-AG waren einfachste Lebensverhältnisse zu sehen, nicht nur die Schule, die auf den ersten Blick doch sehr ordentlich wirkt, unterscheidet sich sehr vom deutschen Standard. Während wir Schule hier kaum noch zu schätzen wissen und meist mit Unlust an unsere Arbeit gehen, ist sie in Tansania fast ein Privileg. Die Kinder stehen morgens zwischen drei und vier auf, um in die Schule zu kommen, sie hacken mittags Holz, damit das Mittagessen zubereitet werden kann, machen den Abwasch und halten das Schulgelände instand. Abends gehen sie den gleichen, häufig über 20km langen Schulweg wieder zurück nach Hause. Und zu Hause hört die Arbeit auch nicht auf. Doch die Kinder nehmen es mit Gelassenheit, denn Schule ist für sie der Schlüssel zu jener Freiheit, die wir hier schon gar nicht mehr wahrnehmen.
Um Unabhängigkeit zu erlangen, setzen sich die Schüler auch verschiedenen Gefahren aus. Einige schlafen auf der Straße, weil ihr Schulweg zu lang ist, denn sichere öffentliche Verkehrsmittel gibt es nicht. Klaus Hickmann, der letztes Jahr mit drei Schülern nach Tansania reiste, betonte, dass es insbesondere die Mädchen schwer haben. Nicht selten komme es zu sexuellen Übergriffen und wegen der hohen AIDS-Verbreitung sei damit so manches Todesurteil auf kurze oder längere Sicht gefällt.
Deshalb soll der gesamte Erlös des Benefizkonzertes in den Bau eines Schlafhauses für die Partnerschule fließen.

Die ernste Atmosphäre in der Aula wurde dank dem professionellen Auftritt der Jazz-AG wieder aufgelockert, dann beeindruckte die ehemalige Schülerin Sandra Botor, die nun ausgebildete Opernsängerin ist, das Publikum mit ihrer phänomenalen Stimme. Dazu stimmte die Wahlpflicht-AG des neunten Jahrgangs mit einem Medley aus bekannten Songs wie „Sunny“ von Boney M. auf den Frühling ein.

Ein richtiges Afrika-Feeling kam auf, als das Schulorchester kurz vor der Pause traditionell afrikanische Stücke und Gassenhauer wie „Can You Feel the Love Tonight“ darbot.

In der Pause sorgten der Schulelternrat und der 12. Jahrgang mit mancher Gaumenfreude für das leibliche Wohl der Zuschauer.

Die Tänzer Nikolai und Nicole setzten das Programm schließlich fort, indem sie das Publikum mit heißen Tanzrhythmen verzauberten.

Dann veranstaltete der Musikkurs der Q2 von Frau Klüppel ein kunterbuntes Kostümfestival à la „Der König der Löwen“ mit dem Song „Er Lebt In Dir“ auf der Bühne und Bino Nolting und Demian Ewig zeigten ihr Können vierhändig am Klavier.



Einen weiteren Programmhöhepunkt brachte der zweite Musikkurs des Abiturjahrgangs von Frau Stoll mit seinem eigens komponierten Song, der die Situation der Kinder in Tansania noch einmal fokussierte und schließlich an das Publikum appellierte zu helfen.



Zum Abschluss eines facettenreichen Konzertes sang der Chor von Frau Sonnenberg ein Frühlings-Quodlibet und den Song „Say“, dessen Aussage ist, dass den vielen Worten auch Taten folgen sollten.
Die meisten Zuschauer verließen die Aula mit einem nachdenklichen Lächeln.
Fazit: Eine sehr gelungene Veranstaltung mit Wiederholungsbedarf!


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*)T.P.C. = Tanganyika Planting Company. Es handelt sich dabei um die größte Zuckerfabrik in Tansania.
Hier geht es um die Gemeinde des gleichnamigen Wohnortes. Mehr über 'Partnerschaft' unter:

www.marienwerder.de (Direktlink)